Beverly

Geschichte unsere Beverly

Eckdaten

Geboren am 22. Oktober 1974

Beverly ist ein VW T2b Westfalia – gebaut in einer Zeit, in der Reisen noch einfacher gedacht waren. Kein Schnickschnack, sondern das Wesentliche: unterwegs sein, ankommen, bleiben.

Unter der Haube arbeitet ursprünglich ein luftgekühlter 1,8-Liter-Boxermotor mit rund 68 PS, gekoppelt an ein Automatikgetriebe. Kein Rennwagen – aber zuverlässig, ehrlich und genau richtig für lange, entschleunigte Fahrten.

Der Innenraum ist klassisch Westfalia: Ein kurzes Hubdach sorgt vorne für Stehhöhe, geschlafen wird unten auf der umgebauten Sitzbank. Alles ist kompakt, durchdacht und auf das Leben unterwegs ausgelegt.

Mit dabei:

eine klappbare Sitz- und Liegebank ein Seitenschrank mit kleiner Küchenzeile Spüle mit Wassertank Gaskocher und Gasheizung

Auf etwa 4,5 Metern Länge steckt hier alles, was man braucht – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Beverly ist kein perfektes Fahrzeug. Aber genau das macht sie besonders.

Sie bringt Geschichte mit. Und sie ist bereit für ein neues Kapitel.

Wie diese Geschichte begann

Wie die Geschichte begann

Am 19. Juni 1996 kam Beverly zu uns. Gefunden in Erbach im Odenwald – über ihre Vergangenheit wussten wir damals fast nichts. Der Vorbesitzer? Unbekannt. Der Kilometerstand? Irgendwann verloren gegangen.

Was wir aber wussten: Sie hat etwas Besonderes.

2500 D-Mark hat sie gekostet – für uns damals viel Geld. Keine leichte Entscheidung, sondern eine bewusste. Mehr Gefühl als Vernunft.

Und genau so hat es auch angefangen: Nicht als perfektes Projekt. Sondern als Begleiter.

Seit diesem Tag ist Beverly Teil unseres Lebens. Mit all ihren kleinen Eigenheiten, ihren Macken – und den vielen Momenten, die man nicht planen kann.

Ein Moment, der hängen bleibt

Ich weiß nicht mehr genau, wann es war. Aber eines Tages stand ein Freund vor der Tür – Einrichtungsleiter einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche.

Er hatte eine einfache Frage: Ob er sich den Bus für eine Freizeit ausleihen dürfte.

Es war das erste Mal überhaupt, dass ich mein Auto verliehen habe. Kein ganz leichtes Gefühl – aber Vertrauen gehört eben auch dazu.

Was dann passierte, war so ein Moment, den man nicht vergisst: Auf einem Parkplatz verlor Beverly plötzlich eine Antriebswelle.

Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert. Kein Unfall, kein größerer Schaden. Aber es war einer dieser Augenblicke, in denen einem klar wird, wie schnell etwas hätte anders ausgehen können.

Beverly wurde repariert. Und lief wieder.

Aber dieser Moment ist geblieben.

Erste große Investition

1999 wollten wir unserer Beverly etwas Gutes tun. Einmal alles auffrischen, einmal richtig investieren.

Der Plan war klar: Neue Lackierung, Motor und Getriebe überholen – einmal grundlegend durchgehen. Ein befreundeter KFZ-Meister sollte das übernehmen. Er war gerade dabei, sich etwas Eigenes aufzubauen und konnte das Geld gut gebrauchen.

Rund 10.000 D-Mark haben wir damals investiert. Viel Geld – aber es fühlte sich richtig an.

Und tatsächlich: Die neue Lackierung war wunderschön. Der Motor lief ruhig, klang gesund. Beverly fühlte sich fast an wie neu.

… zumindest für etwa 10 Kilometer.

Dann, auf der Autobahn: Getriebeschaden.

Ein gebrauchtes Ersatzgetriebe wurde besorgt. Leider ebenfalls defekt. Das zweite Austauschgetriebe funktionierte dann schließlich – auch wenn es nicht ganz das richtige war.

So ist das manchmal mit alten Fahrzeugen: Man steckt viel rein – und bekommt trotzdem Überraschungen zurück.

Mit dem KFZ-Meister sind wir übrigens bis heute befreundet. Er verfolgt die Geschichte von Beverly immer noch ein bisschen mit.

Nur eines ist sicher: An diesem Bus möchte er sich lieber nicht mehr die Finger verbrennen.

Die großen Probleme begannen

Um das Jahr 2000 herum veränderte sich vieles. Wir kauften ein altes Fachwerkhaus – ein großes Projekt, das viel Zeit und Energie forderte.

Mit dem Bus hatte das zunächst nichts zu tun. Und doch begann genau in dieser Zeit die schwierigste Phase mit Beverly.

Der Motor verlor zunehmend an Kraft. Er ging immer wieder aus. Irgendwann war an zuverlässiges Fahren nicht mehr zu denken.

Was folgte, war eine Odyssee durch insgesamt vier Werkstätten. Am Anfang hörte man immer denselben Satz:

„Das kann doch nicht so schwer sein – das ist doch einfache Technik.“

Und eigentlich stimmt das ja auch. Nur gefunden hat den Fehler trotzdem niemand.

Mit dem Hausumbau kam dann der Punkt, an dem einfach die Zeit fehlte. Beverly rückte immer weiter in den Hintergrund.

Zum Glück sprang meine Mutter ein und half uns mit einem alten Passat aus – ein treuer Begleiter, der uns lange zuverlässig durch den Alltag brachte.

Und Beverly?

Sie stand im Garten. Wurde ab und zu ein Stück bewegt, wenn sie im Weg war. Mehr nicht.

Im Laufe der Zeit haben viele gesagt: „Lass es bleiben. Verkauf den Bus.“

Aber das kam für uns nie wirklich in Frage.

Denn Beverly war längst mehr als nur ein Auto geworden.

Halbherzige Versuche

In den folgenden Jahren gab es immer wieder kleine Ansätze. So dieses typische: „Jetzt gehen wir es wirklich an.“

Neue Reifen wurden gekauft, die Vergaser überholt, hier etwas gemacht, da etwas probiert. Aber so richtig ins Rollen kam das Projekt nie.

Es blieb bei einzelnen Schritten – ohne echten Fortschritt.

Wenn ich ehrlich bin, gab es nur eine größere Sache, die ich wirklich umgesetzt habe: Ein Aufstellfenster auf der Fahrerseite. Selbst gebaut und eingebaut.

Und sonst?

Stillstand.

2014 kam dann unsere Tochter zur Welt. Und damit verschoben sich die Prioritäten ganz automatisch.

Zeit für Beverly gab es kaum noch.

Aber weg war sie nie. Sie war einfach… immer da.

Neuer Versuch

2016 wollten wir es noch einmal wissen. Ein neuer Anlauf, diesmal mit professioneller Unterstützung.

Eine Werkstatt in Lorsch wurde uns empfohlen – spezialisiert auf Oldtimer. Schon im Schaufenster stand ein lebensgroßer Pappaufsteller, der genau unserem Bus entsprach. Das fühlte sich irgendwie richtig an.

Wir waren wieder bereit zu investieren. Etwa 3000 Euro hatten wir eingeplant.

Die Abmachung war unkompliziert: „Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Macht es ordentlich.“

Doch dann kam alles anders.

Kurz nachdem wir Beverly abgegeben hatten, verließ der Oldtimer-Spezialist die Werkstatt. Und damit begann erneut eine zähe Zeit des Wartens.

Monate vergingen. Dann Jahre.

Irgendwann blieb nur noch Galgenhumor: Immerhin – ein kostenloser Parkplatz. Aber glücklich waren wir damit natürlich nicht.

2018 durften wir den Bus endlich abholen. Die Hoffnung war groß.

Sie hielt genau bis kurz hinter den Ortsausgang.

Der Motor brach wieder zusammen. Nichts ging mehr. Also zurück in die Werkstatt.

2019 dann die nächste Nachricht: Das Getriebe müsse überholt werden. Weitere 3000 Euro.

Und Ende 2020 kam schließlich der Punkt, an dem die Werkstatt aufgab.

Beverly lief – irgendwie. Aber nicht so, dass man wirklich fahren konnte.

Was blieb, war die Erkenntnis: Mehr als 6000 Euro investiert. Und trotzdem keinen Schritt weiter.

Ruhe

Zwischen Ende 2020 und 2025 wurde es still um Beverly.

Die Hoffnung auf den Motor war noch da. Ganz losgelassen hatten wir das Thema nie.

Zuletzt stand noch eine Idee im Raum: Ein Single-Weber-Vergaser und eine elektronische Zündung könnten vielleicht die Lösung sein. Noch einmal investieren. Noch einmal versuchen. Etwa 1800 Euro.

Aber dann änderte sich etwas.

Die Welt veränderte sich. Die Spritpreise stiegen wieder deutlich. Und irgendwann kam der Punkt, an dem ich für mich entschieden habe:

So machen wir nicht weiter.

Meine Frau ist da noch etwas vorsichtig – verständlich, wenn man auf die Kosten schaut. Aber die Richtung ist klar:

Wir wollen Beverly auf Elektro umbauen.

Und diesmal gehen wir einen anderen Weg.

Nach all den Erfahrungen mit Werkstätten haben wir beschlossen: Wir machen es selbst.

Schritt für Schritt. Mit allem, was dazugehört – auch mit Fehlern, aus denen man lernt.

Und genau darum geht es auf dieser Seite.

Die Planung. Der Weg. Und vielleicht auch ein bisschen Mut für andere, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen.