Beverly

Plan: Hochvolt & Laden

1. Hochvolt-Architektur

Das Hochvoltsystem wird nicht aus einzelnen Bauteilen gedacht, sondern als geschlossenes Gesamtsystem.

Batterie, Sicherungen, Schütze, Vorladung, Inverter und Ladegerät müssen von Anfang an so geplant werden, dass sie technisch zusammenpassen und sicher miteinander arbeiten.

Dabei geht es nicht nur um die elektrische Verbindung, sondern auch um das Zusammenspiel im Betrieb:

Sicherungen schützen das System im Fehlerfall Schütze trennen das Hochvoltsystem kontrolliert Die Vorladung verhindert schädliche Einschaltströme Inverter und Ladegerät müssen auf Spannung und Leistung des Akkus abgestimmt sein

Genauso wichtig ist die thermische Auslegung. Alle Hochvolt-Komponenten erzeugen im Betrieb Wärme und müssen so integriert werden, dass sie zuverlässig gekühlt werden und sich nicht gegenseitig beeinflussen.

Nur wenn elektrische und thermische Aspekte gemeinsam betrachtet werden, entsteht ein System, das dauerhaft stabil und sicher funktioniert.

2. Schutzkonzept

ArtikelZustandGeplantIst
Schütze und weiteresNeu400

Beim Hochvoltsystem reicht es nicht, nur einzelne Bauteile abzusichern. Entscheidend ist ein durchdachtes Schutzkonzept, das den gesamten Aufbau umfasst.

Ziel ist es, Menschen, Fahrzeug und Technik gleichermaßen zu schützen – im normalen Betrieb, bei Wartungsarbeiten und natürlich auch im Fehlerfall.

Dazu gehören mehrere Ebenen:

Elektrischer Schutz durch Sicherungen, Schütze, Vorladung und eine klare Trennmöglichkeit des Systems Mechanischer Schutz durch stabile Gehäuse, Berührschutz und geschützte Leitungsführung Thermischer Schutz durch passende Kühlung und Überwachung von Temperaturen Organisatorischer Schutz durch eindeutige Kennzeichnung, Dokumentation und nachvollziehbaren Aufbau

Wichtig ist uns dabei, dass das System nicht nur funktioniert, sondern auch im Problemfall kontrolliert reagiert. Fehler dürfen nicht unbemerkt bleiben, sondern müssen erkannt und in einen sicheren Zustand überführt werden.

Das Schutzkonzept beginnt also nicht erst bei der fertigen Verkabelung – sondern schon bei der Planung.

Und genau deshalb wird dieses Thema bei Beverly von Anfang an mitgedacht.

3. HV-Leitungsführung

ArtikelZustandGeplantIst
KabelNeu200

Die Verlegung der Hochvoltleitungen ist ein sicherheitskritischer Teil des gesamten Systems.

Dabei geht es nicht nur darum, die Leitungen von A nach B zu bringen, sondern sie so zu verlegen, dass sie dauerhaft geschützt und zuverlässig sind.

Ein paar Grundprinzipien stehen dabei im Vordergrund:

Orangefarbene Hochvoltleitungen werden konsequent eingesetzt und gut sichtbar geführt Die Leitungen werden mechanisch geschützt und absolut scheuerfrei verlegt Mindestabstände zu scharfen Kanten, heißen Bauteilen und beweglichen Komponenten werden eingehalten

Besonders wichtig sind auch die Übergänge:

Durchführungspunkte durch Karosserie oder Gehäuse werden sauber ausgeführt Alle Durchführungen werden abgedichtet, um Feuchtigkeit und Beschädigungen zu vermeiden

Ziel ist eine Leitungsführung, die nicht nur technisch funktioniert, sondern auch langfristig stabil und nachvollziehbar bleibt.

4. Laden

ArtikelZustandGeplantIst
Onboard Charger ACGebraucht200
Onboard Lader CCSGebraucht1000

Das Ladesystem wird passend zum Fahrzeug und zum Einsatzzweck ausgewählt.

Im Mittelpunkt steht dabei zunächst das AC-Laden über einen Onboard-Charger. Dieser muss zur Batteriespannung passen und ausreichend Leistung für den geplanten Einsatz bieten.

Auch die Position der Ladebuchse ist wichtig: Sie soll gut zugänglich, wettergeschützt und mechanisch stabil im Fahrzeug integriert werden.

Das Thema DC-Schnellladen (CCS) bleibt vorerst optional. Es wird nur dann umgesetzt, wenn es technisch sinnvoll integrierbar ist und das Budget es zulässt. Der zusätzliche Aufwand ist hier deutlich höher.

Vergleich AC vs. DC Laden Kategorie 🔌 AC Laden (Onboard Charger) ⚡ DC Schnellladen (CCS) Gebrauchtpreis 100 – 400 € 500 – 2.000 € Leistung 3,3 – 7,2 kW 20 – 50+ kW Ladezeit (80 kWh) 8–20 Stunden 1–2 Stunden Komplexität 🟢 gering 🔴 sehr hoch Einbau einfach aufwendig TÜV 🟢 gut machbar 🟡 anspruchsvoll Zusatzteile wenig viele (Kommunikation!)

Für unser Projekt liegt der Fokus klar auf einer einfachen, zuverlässigen AC-Lösung. Alles Weitere kann später ergänzt werden – muss aber nicht von Anfang an dabei sein.

5. Kommunikation

Damit alle Komponenten im Fahrzeug zusammenarbeiten, braucht es eine klare Kommunikation. Diese erfolgt über den CAN-Bus.

Das Hochvoltsystem ist dabei kein isolierter Bereich, sondern eng mit dem restlichen Fahrzeug verbunden. BMS, Inverter, Ladegerät und Steuerung tauschen ständig Informationen aus.

Typische Daten, die über den CAN-Bus laufen, sind zum Beispiel:

Zustand des Akkus (Spannung, Strom, Ladezustand) Freigaben für Fahren und Laden Fehlermeldungen und Warnungen Leistungsanforderungen vom Fahrpedal

Die zentrale Steuerung (VCU) übernimmt dabei die Rolle eines „Koordinators“. Sie sammelt die Informationen, bewertet sie und gibt entsprechende Befehle weiter.

Wichtig ist, dass alle Komponenten dieselbe „Sprache“ sprechen. Das bedeutet: CAN-Protokolle müssen aufeinander abgestimmt oder entsprechend angepasst werden.

Nur so entsteht ein System, das nicht aus Einzelteilen besteht, sondern als Einheit funktioniert.