Beverly

Beginn der Planungen

Der Weg zum Elektrobulli

n diesem Bereich geht es um die Planung unseres Umbaus – Schritt für Schritt.

Wir zeigen hier einen möglichen Weg, wie aus einem VW T2 mit Automatik ein Elektrobulli werden kann. Die einzelnen Schritte bauen dabei bewusst aufeinander auf.

Uns war wichtig, nicht einfach nur „irgendwie umzubauen“, sondern Entscheidungen so zu treffen, dass am Ende alles zusammenpasst: Technik, Sicherheit und auch die spätere Abnahme.

Es ist kein perfekter Masterplan. Aber ein durchdachter Weg, der sich für uns richtig anfühlt.

Überblick

Damit man bei so einem Projekt nicht den Überblick verliert, haben wir den gesamten Umbau in einzelne Schritte unterteilt.

Die Struktur hilft uns, den roten Faden zu behalten – von der ersten Idee bis zur fertigen Abnahme.

  1. Projektziel festlegen
  2. Bestandsaufnahme am Fahrzeug
  3. Gesamtkonzept erstellen
  4. TÜV frühzeitig einbinden
  5. Fachbereiche einzeln planen

Umbauphasen:

Phase A: Demontage Phase B: Mechanik Phase C: Elektrik Phase D: Inbetriebnahme Phase E: Abnahme und Dokumentation (inkl. TÜV) 6. Empfohlene Reihenfolge der Tabs 7. Kritische Risiken

1. Projektziel

Bevor wir anfangen, war uns wichtig zu klären, was Beverly am Ende eigentlich sein soll.

Sie soll kein Showcar werden, sondern das bleiben, was sie immer war: ein Camper. Ergänzt um die Möglichkeit, sie auch im Alltag für kürzere Strecken sinnvoll zu nutzen.

Daraus ergeben sich für uns ein paar klare Ziele:

Eine Reichweite von mindestens 300 km, damit auch längere Fahrten möglich bleiben Eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 140 km/h, um im Verkehr gut mitschwimmen zu können Ein Umbau, der größtenteils in Eigenleistung erfolgt – mit Unterstützung von Fachfirmen bei speziellen Themen wie zum Beispiel dem Achswellenbau

Genauso wichtig ist uns aber auch die saubere Planung:

Ein klarer TÜV-Plan wird vor Beginn des Umbaus erstellt Alle relevanten Punkte werden im Vorfeld mit einem TÜV-Prüfer, einem Karosseriebauer, einem Elektro-Fachbetrieb und weiteren Spezialisten abgestimmt

So vermeiden wir Überraschungen und bauen von Anfang an in die richtige Richtung.

2. Bestandsaufnahme am Fahrzeug

Bevor wir etwas verändern, schauen wir uns Beverly erst einmal genau so an, wie sie heute ist.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alles, was danach kommt. Nur wenn wir wissen, was vorhanden ist, was noch funktioniert und wo Probleme liegen, können wir sinnvoll planen.

Dabei teilen wir das Ganze in zwei Bereiche auf:

Bestandsaufnahme Technik

Hier geht es um alles, was das Fahrzeug technisch ausmacht: Antrieb, Getriebe, Bremsen, Fahrwerk, Reifen, Karosseriesubstanz und die grundlegenden technischen Daten. Bestandsaufnahme Interieur

Der Innenraum wird genauso wichtig: Camper-Ausbau, Sitze, Dichtungen, Verkleidungen und vor allem die Frage, welche Einbauräume später sinnvoll genutzt werden können.

Wichtig ist für uns dabei vor allem eines: Alles wird dokumentiert.

vorhandene Mängel wiederverwendbare Baugruppen und alles, was absehbar erneuert werden muss

So entsteht ein klares Bild vom Ist-Zustand – und eine saubere Grundlage für die nächsten Schritte.

3. Gesamtkonzept erstellen

Nach der Bestandsaufnahme geht es darum, eine klare Richtung festzulegen.

Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft den Antrieb: Das vorhandene Getriebe wird nicht weitergenutzt. Für unser Elektrokonzept wäre es eher ein Nachteil als ein Vorteil.

Das bedeutet: Der gesamte Antrieb wird von Grund auf neu gedacht – als elektrische Lösung, ohne das ursprüngliche Getriebe.

Darauf aufbauend legen wir die technischen Eckpunkte fest:

Die Systemspannung des Fahrzeugs Die gewünschte Leistung Eine sinnvolle Rekuperationsstrategie (also wie Energie beim Bremsen zurückgewonnen wird)

Parallel dazu entsteht die Grundlage für die Umsetzung:

Eine erste Bauteilliste Ein Stromlaufplan Und eine Gewichtsabschätzung, damit das Gesamtkonzept auch fahrzeugseitig passt

Hier entscheidet sich, ob alles später stimmig zusammenarbeitet.

4. Fachbereiche einzeln planen

Ein so umfangreicher Umbau lässt sich nicht als Ganzes denken. Deshalb teilen wir das Projekt in einzelne Fachbereiche auf.

So können wir jeden Bereich für sich sauber planen – und am Ende alles wieder sinnvoll zusammenführen.

Motorauswahl

Welche Lösung passt mechanisch und leistungstechnisch zum Bus? Hier geht es um Kopplung, Drehmoment und die Integration ins Fahrzeug. Akku & BMS

Auswahl der Zellchemie, Aufbau des Akkus, Sicherheit und Wartbarkeit. Bremsen & Fahrwerk

Mehr Gewicht bedeutet auch neue Anforderungen: Bremsleistung, Achslasten und Fahrverhalten müssen passen. Steuerung & Elektronik

Die „Intelligenz“ des Fahrzeugs: VCU, Bedienung, Anzeigen und Sicherheitslogik. Hochvolt & Laden

Alles rund um das Hochvoltsystem: Ladebuchse, Schütze, Vorladung und Absicherung. Kühlung & Heizung

Thermomanagement für Akku und Komponenten – und natürlich auch Wärme für den Innenraum. Zulassung & Budget

Dokumentation, Prüfungen, Kosten und Zeitplanung. Ein Bereich, der oft unterschätzt wird – aber am Ende entscheidend ist.

5. Umbauphasen

Phase A: Demontage

  • Verbrenner, Abgasanlage, Tank, Kraftstoffleitungen und unnötige Nebenaggregate ausbauen.
  • Alte Halter dokumentieren; wiederverwendbare Punkte vermessen.

Phase B: Mechanik

  • Motorhalter, Adapterplatten und Batterieträger konstruieren.
  • Fahrwerk und Bremsen auf neues Gewicht und Drehmoment auslegen.

Phase C: Elektrik

  • Hochvoltkomponenten montieren.
  • Niedervoltseite, Steuerung, Sicherungen und Not-Aus-Konzept aufbauen.

Phase D: Inbetriebnahme

  • Isolationstest, Vorladung, Drehrichtung und Fehlerzustände prüfen.
  • Erstbetrieb ohne Straßenfahrt, danach langsame Testfahrten auf abgesperrtem Gelände.

Phase E: Abnahme und Dokumentation

  • Schaltpläne, Gewichtsprotokoll, Datenblätter und Befestigungsnachweise zusammenstellen.
  • Prüftermine vorbereiten und Änderungen sauber dokumentieren.

6. Empfohlene Reihenfolge der neuen Tabs

Damit der Umbau Schritt für Schritt sinnvoll aufgebaut ist, haben wir auch für die einzelnen Themen eine empfohlene Reihenfolge festgelegt.

Sie orientiert sich daran, wie Entscheidungen aufeinander aufbauen – von der Analyse bis zur konkreten Umsetzung.

Bestandsaufnahme Technik Bestandsaufnahme Interieur Motorauswahl Akku & BMS Bremsen & Fahrwerk Steuerung & Elektronik Hochvolt & Laden Kühlung & Heizung Zulassung & Budget

7. Kritische Risiken

Ein Projekt wie dieses bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich. Uns ist wichtig, diese Punkte früh zu erkennen und offen damit umzugehen.

Achslasten und Zusatzgewicht Das zusätzliche Gewicht durch Akku und Komponenten muss sauber auf das neu geplante Fahrwerk abgestimmt werden. Antriebskonzept Eine unpassende Kombination aus E-Motor und dem ursprünglichen Automatikgetriebe kann zu technischen Problemen führen – deshalb gehen wir hier bewusst einen neuen Weg. Bremsanlage Durch den Umbau auf Scheibenbremsen muss die Bremsleistung nicht nur ausreichen, sondern auch sauber abgestimmt sein. Servolenkung Die Integration muss technisch sinnvoll erfolgen und zum Gesamtgewicht sowie zur geplanten Geschwindigkeit passen. Hochvoltsystem und Dokumentation Fehlende Schutzmaßnahmen oder eine unzureichende Dokumentation können später bei der Abnahme zum Problem werden.