Plan: Bremsen & Fahrwerk
1. Gesamtgewicht neu bewerten
Mit dem Umbau auf Elektro verändert sich das Fahrzeug nicht nur technisch, sondern auch beim Gewicht ganz erheblich.
Batterien, Halterungen und die neue Antriebstechnik bringen voraussichtlich rund 300 bis 400 kg zusätzliches Gewicht mit sich. Das wirkt sich nicht nur auf das Leergewicht aus, sondern vor allem auch auf die Achslasten und damit auf Fahrverhalten, Bremsweg und Fahrwerksauslegung.
Deshalb ist für uns klar: Bevor der eigentliche Umbau beginnt, muss die neue Gewichtsverteilung möglichst realistisch betrachtet werden.
Wichtig ist dabei, Vorder- und Hinterachse getrennt zu bewerten. Nur so lässt sich früh erkennen, wie sich der Bus später verhält und welche Maßnahmen nötig sind.
Gleichzeitig steht fest, dass Beverly ein neues Fahrwerk bekommen wird. Dieses soll nicht einfach nur das Mehrgewicht aufnehmen, sondern gezielt auf das spätere Fahrzeuggewicht und die gewünschte Fahrdynamik abgestimmt werden.
Gewichtsverteilung | Bereich | Gewicht | Anteil | | ----------- | ----------- | --------- | | Vorderachse | 560 kg | 40 % | | Hinterachse | 840 kg | 60 % | | Gesamt | 1400 kg | 100 % |
Nach dem Umbau (realistische Verteilung) Bereich Gewicht Anteil Vorderachse ca. 720 kg ca. 44 % Hinterachse ca. 920 kg ca. 56 % Gesamt ca. 1640 kg 100 %
Diese Verschiebung zeigt gut, dass der Umbau nicht einfach nur „mehr Gewicht“ bedeutet. Entscheidend ist, wo dieses Gewicht später sitzt.
Genau deshalb werden Akku, Antrieb und Fahrwerk nicht einzeln gedacht, sondern immer als gemeinsames Gesamtkonzept.
2. Bremsanlage
| Artikel | Zustand | Geplant | Ist |
|---|---|---|---|
| Kleinteile | Neu | 200 | |
| Druckluftbehälter 1 lt, 11 bar, Stahl lackiert, BHL 1/11 P2 | Neu | 100 | |
| HELLA UNTERDRUCKPUMPE (UP28) | Gebraucht | 100 | |
| Bremsen Komplett hinten | Neu | 300 | |
| Überholsatz Scheibenbremsen vorne | Neu | 300 |
in zentraler Punkt beim Umbau ist die Bremsanlage.
Der aktuelle Zustand der Bremsen ist nicht eindeutig bekannt. Zwar liegen noch Werte aus dem letzten TÜV vor, diese zeigen aber bereits leichte Unterschiede zwischen den einzelnen Seiten:
Vorderachse: 250 / 280 und 310 / 280 Handbremse: 150 / 100
Diese Abweichungen sind für ein älteres Fahrzeug nicht ungewöhnlich, zeigen aber, dass hier genauer hingeschaut werden muss.
Deshalb ist für uns klar: Die bestehende Bremsanlage wird vollständig überprüft und überholt, bevor weitere Schritte erfolgen.
Dazu gehören unter anderem:
Prüfung und ggf. Erneuerung von Bremszylindern und Leitungen Kontrolle der Bremskraftverteilung Zustand von Belägen und Trommeln sowie die generelle Funktion der Anlage
Gerade im Hinblick auf das zusätzliche Gewicht durch den Umbau ist eine zuverlässig funktionierende Bremse unverzichtbar.
Die Überholung ist damit nicht nur eine sinnvolle Maßnahme – sondern die Grundlage für alle weiteren Anpassungen im Bereich Fahrwerk und Sicherheit.
3. Rekuperation und hydraulische Bremse
Die Rekuperation wird ein fester Bestandteil des neuen Antriebskonzepts sein. Sie hilft dabei, beim Verzögern Energie zurückzugewinnen und den Verschleiß der mechanischen Bremse zu reduzieren.
Wichtig ist uns dabei aber ein klarer Grundsatz:
Die Rekuperation ergänzt die Bremse – sie ersetzt sie nicht.
Die klassische Bremsanlage bleibt das primäre und sicherheitsrelevante System. Sie muss jederzeit in der Lage sein, das Fahrzeug zuverlässig und unabhängig zum Stillstand zu bringen – auch ohne Unterstützung durch den Elektromotor.
Die Rekuperation arbeitet unterstützend im Hintergrund: sanft im normalen Fahrbetrieb, entlastend bei längeren Bremsvorgängen.
So entsteht ein Zusammenspiel aus moderner Technik und bewährter Sicherheit – genau so, wie es zu Beverly passt.
4. Servolenkung
Eine Servolenkung war ursprünglich Teil der Überlegungen. Gerade durch das zusätzliche Gewicht des Umbaus wäre sie im Alltag sicherlich eine spürbare Erleichterung.
Aktuell haben wir uns jedoch bewusst dagegen entschieden – zumindest vorerst.
Der Hauptgrund sind die Kosten. Mit rund über 2000 Euro ist der Aufwand im Moment einfach zu hoch, insbesondere im Vergleich zu anderen, wichtigeren Bereichen des Umbaus.
Deshalb wird dieses Thema zunächst zurückgestellt.
Wichtig ist uns aber, die Möglichkeit im Hinterkopf zu behalten. Der Umbau wird so geplant, dass eine Servolenkung später noch nachgerüstet werden kann, ohne das Gesamtkonzept grundlegend ändern zu müssen.
5. Fahrwerk
| Artikel | Zustand | Geplant | Ist |
|---|---|---|---|
| Kleinteile / Gummilager | Neu | 200 | |
| Neue Stoßdämpfer | Neu | 400 | |
| Spurstangenköpfe | Neu | 100 | |
| Lenkungsdämpfer | Neu | 100 | |
| Drehstab-Gummis (innen + außen) | Neu | 140 | |
| Schwinglager Buchsen | Neu | 140 | |
| Achvermessung | Neu | 100 |
Mit dem zusätzlichen Gewicht durch den Umbau kommt dem Fahrwerk eine besondere Bedeutung zu.
Federn und Dämpfer müssen auf die neuen Massen abgestimmt werden, damit der Bus auch weiterhin sicher und angenehm fahrbar bleibt. Die zusätzliche Batteriemasse darf weder zu einem Durchschlagen führen noch das Fahrverhalten instabil machen.
Deshalb wird das Fahrwerk nicht nur angepasst, sondern insgesamt überarbeitet.
Im Zuge dessen werden auch alle relevanten Komponenten geprüft:
Lager und Buchsen Traggelenke und Spurstangen Stabilisatoren und Dämpfer
Ziel ist es, nicht nur das Mehrgewicht auszugleichen, sondern ein insgesamt stimmiges und sicheres Fahrverhalten zu erreichen.
Mit dieser Grundlage schaffen wir die Basis dafür, dass Beverly auch nach dem Umbau sicher auf der Straße liegt – nicht nur technisch, sondern auch vom Fahrgefühl her.
Wahrscheinklich werden wir Bevely auch so 5 cm Tieferlegen und ein stabileren Fahrverhalten zu erreichen
6. Räder und Reifen
| Artikel | Zustand | Geplant | Ist |
|---|---|---|---|
| Reifen | Neu | 500 |
Räder und Reifen sind ein oft unterschätzter, aber entscheidender Teil des Gesamtpakets.
Durch das zusätzliche Gewicht und das veränderte Fahrverhalten beim Elektroantrieb steigen die Anforderungen deutlich. Vor allem das höhere Drehmoment wirkt sich direkt auf die Reifen aus.
Deshalb ist für uns klar: Räder und Reifen werden neu ausgewählt und auf das Gesamtkonzept abgestimmt.
Wichtig sind dabei mehrere Punkte:
Tragfähigkeit (Load Index) muss zum neuen Fahrzeuggewicht passen Reifen sollten für das höhere Drehmoment geeignet sein Eine stabile und passende Felgengröße, die auch vom TÜV abgenommen werden kann Möglichst guter Kompromiss aus Komfort, Rollwiderstand und Haltbarkeit
Auch das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle: Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße – und gerade bei einem umgebauten Fahrzeug sollte hier kein Kompromiss gemacht werden.
Am Ende geht es nicht um Optik, sondern darum, dass Beverly sicher, stabil und berechenbar fährt.